Die besten Witze Junge lacht
Die besten Witze Junge lacht

Fritzchenwitze – frech, lustig und zeitlos 😄

Willkommen in der Welt der Fritzchenwitze!

Hier findest du die besten und lustigsten Geschichten rund um Fritzchen – bekannt für seine frechen Antworten, schlagfertigen Sprüche und überraschenden Pointen. Die Witze sind kurz, leicht verständlich und sorgen garantiert für ein Schmunzeln bei Jung und Alt.

Egal ob für zwischendurch, zum Vorlesen oder zum Teilen mit Freunden: Fritzchenwitze gehen einfach immer. Viel Spaß beim Lesen und Lachen!

Fritzchenwitze Fritzchenwitze Die besten Witze

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Unsere 5 besten Fritzchenwitze

  1. Fritzchen flüstert der Lehrerin zu: „Ich will Ihnen ja keine Angst einjagen, aber mein Papa hat gesagt, wenn ich diesmal kein besseres Zeugnis bekomme, kann sich jemand auf was gefasst machen.“
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  2. Fritzchen hat die Schule satt und ärgert sich: „Überall reden sie von Lehrermangel, bloß an unserer Schule fehlt nie einer.“
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  3. Der Lehrer kommt in die Klasse und fragt: „Wer glaubt, dass er dumm ist, steht auf.“
    Nach einiger Zeit steht Fritzchen, der Klassenbeste, auf.
    Der Lehrer ist ganz verwundert und fragt, warum er aufgestanden ist.
    Da antwortet Fritzchen: „Ich konnte es nicht ertragen, Sie als einzigen stehen zu sehen“.
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  4. Fritzchen ist bei seiner Oma. Er mag die Suppe nicht…
    Sagt die Oma: „Iss jetzt eine Suppe, sonst hole ich den bösen Wolf!“
    Fritzchen: „Der frisst die auch nicht!“
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  5. Fritzchen muss zur Strafe 100 Mal „Ich darf meine Lehrerin nicht duzen“ schreiben.
    Als er die Strafarbeit abgibt, staunt die Lehrerin: „Fritzchen, warum hast du es denn gleich 200 Mal geschrieben?“
    Fritzchen: „Weil du es bist, Frau Lehrerin.“
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Noch mehr Fritzchenwitze

  1. Mutter: „Du bist ein richtiges Ferkel, Fritzchen …“
    Mutter: „Du weißt doch, was ein Ferkel ist?“
    Fritzchen: „Klar, das Kind von einer Sau.“
  2. Lehrer: „Wörter, die mit ‚un‘ anfangen, bedeuten immer etwas Schlechtes. Zum Beispiel Unglück, Unfall oder unangenehm. Wer kann mir noch ein Beispiel nennen?“
    Fritzchen: „Unterricht.“
  3. Fritzchen zur Oma: „Mein Apfel schmeckt nicht.“
    Oma: „Hast Du ihn denn gewaschen?“
    Fritzchen: „Ja, sogar mit Seife!“
  4. Herr Schmidt spritzt seinen Kleinwagen mit dem Schlauch ab.
    Fritzchen: „Da können Sie gießen, so viel Sie wollen. Der wächst bestimmt nicht mehr.“
  5. Fritzchen geht zum Geigenunterricht. Als er den Geigenkasten öffnet, befindet sich eine Pistole darin.
    Entsetzt sagt Fritzchen zum Geigenlehrer: „Jetzt steht mein armer Papa mit der Geige in der Bank!“
  6. Lehrerin: „Tut mir leid, Fritzchen, aber mehr als eine Fünf kann ich dir in Spanisch nicht geben.“
    Fritzchen: „Merci!“
  7. Fritzchen ist krank und bekommt vom Doktor eine Medizin.
    Er fragt: „Herr Doktor, hat diese Medizin auch Nebenwirkungen?“
    Der Doktor: „Ja, du kannst schon morgen wieder in die Schule gehen!“
  8. Fritzchen fragt seine Mutter: „Mama, was ist eigentlich Wind?“
    Antwortet die Mutter: „Das ist Luft, die es sehr eilig hat.“
  9. Der Lehrer fragt Fritzchen: „Wo wurde der Friedensvertrag von 1918 unterschrieben?“
    Fritzchen überlegt etwas und antwortet dann: „Unten rechts!“
  10. Fritzchen fällt im Unterricht der Radiergummi vom Tisch.
    Während er sucht, stellt die Lehrerin an die Klasse die Frage: „Wenn ich mal sterben sollte, was würdet ihr mir auf den Grabstein schreiben?“
    Gleich darauf findet Fritzchen den Radiergummi und ruft: „Hier liegt die Sau und rührt sich nicht!“
  11. Fritzchen kommt zur Mama sagt: „Mama, ich habe Bauchschmerzen.“
    Sagt die Mama: „Das kommt, weil du nichts im Bauch hast.“
    „Oh!“, sagt Fritzchen. „Jetzt weiß ich, warum der Lehrer immer Kopfschmerzen hat.“
  12. „Wer hat für dich die Hausaufgabe gelöst?“, fragt der Lehrer streng.
    „Das weiß ich doch nicht „, antwortet Fritzchen. „Ich musste gestern Abend schon früh ins Bett.“
  13. Fritzchen kommt zu spät in die Schule. Er rast im Schulgebäude die Treppen hoch, und da steht plötzlich der Direktor vor ihm.
    „Zehn Minuten zu spät!“, sagt der Direktor.
    „Ich auch“, sagt Fritzchen.
  14. Fritzchen beim Arzt: „Ich brauche eine Bestätigung, dass ich krank bin.“
    Arzt: „Was fehlt Dir denn?“
    Fritzchen: „Die Bestätigung!“
  15. Der Mathe Lehrer zu Fritzchen: „Wenn ich dir sieben Geschenke gebe und ich dir vier wieder wegnehme, was ist das?“
    Fritzchen: „Gemein!“
  16. Lehrer: „Stell dir vor du hast fünf Knöpfe in deiner Hosentasche und dir fallen drei Knöpfe raus. Was hast du dann in deiner Hosentasche?“
    Fritzchen: „Ein Loch.“
  17. Fritzchen: „Mama, weißt du eigentlich, wie viel Zahnpasta in einer Tube ist?“
    Mutter: „100 oder 125 Milliliter.“
    Fritzchen: „Falsch! Es sind genau 2,57 Meter. Ich habe es im Wohnzimmer auf dem Teppich nachgemessen!“
  18. Fritzchen hilft dem Bauer beim Kühefüttern. Doch dann sieht der Bauer, wie Fritzchen Kakaopulver ins Futter streut. Er fragt: „Warum streust du den Kühen Kakaopulver ins Futter?!“
    Fritzchen: „Damit sie Schokomilch geben!“
  19. Fritzchen schreibt im Diktat das Wort „Tiger“ klein.
    Seufzt die Lehrerin: „Ich habe euch doch schon hundertmal erklärt: Alles, was man anfassen kann, wird großgeschrieben!“
    Wundert sich Fritzchen: „Na, dann versuchen Sie doch mal, einen Tiger anzufassen.“
  20. Sagt die Lehrerin: „Fritzchen, zähl mir bitte 5 Lebensmittel auf, die Milch enthalten!“ Fritzchen steht auf und sagt: „Fünf Becher Joghurt!“
  21. Vater: „Fritzchen, zünde doch bitte den Weihnachtsbaum an!“
    Nach einer Weile fragt Fritzchen: „Papa, die Kerzen auch?“
  22. Fritzchen fragt seine Lehrerin: „Ist es gerecht, wenn ich für etwas bestraft werde, dass ich nicht gemacht habe?“
    Antwortet die Lehrerin: „Natürlich nicht!“
    Fritzchen: „Gut. Ich habe meine Hausaufgaben nämlich nicht gemacht!“
  23. Der Lehrer schimpft: „Ich hoffe, dass ich dich nicht noch einmal beim Abschreiben erwische, Fritzchen!“
    Fritzchen: „Das hoffe ich auch …“
  24. Fragt die Tante beim Kaffeetisch: „Hilfst Du Deiner Mutter auch immer schön?“
    Sagt Fritzchen: „Na klar. Ich muss jedes Mal die Silberlöffel zählen, wenn Du gegangen bist.“
  25. Fritzchen steht im Kaufhaus vor einer Rolltreppe und schaut dauernd auf die Stufen. Verkäuferin: „Kann ich dir helfen, Kleiner?“ Fritzchen: „Nein, nein, ich warte nur, dass mein Kaugummi wiederkommt.“
  26. Fritzchen ruft in die Küche: „Mama, bring mir mal ein Eis!“
    Mama: „Du hast das Zauberwort mit zwei „t“ vergessen!“
    Fritzchen: „Flott!“
  27. Lehrer: „Fritzchen, was ist das für ein Schmetterling?“
    „Ein Zitronenfalter, Herr Lehrer!“
    „Aber Fritzchen der hier ist grün und nicht gelb!“
    „Vielleicht ist er noch nicht reif, Herr Lehrer!“  
  28. Lehrer: „Fritzchen, weißt Du, was neun auf Englisch heißt?“
    Fritzchen: „Nein“
    Lehrer: „Klasse, das ist richtig.“
  29. Fritzchen kommt nach Hause. Fragt die Mutter: „Was habt Ihr heute in der Schule gemacht?“
    Fritzchen antwortet: „Feuerexperimente“
    „Was macht Ihr morgen in der Schule?“, fragt die Mutter.
    „Welche Schule?“
  30. Lehrerin: „Fritzchen, nenne mir ein paar Tiere!“
    Fritzchen fängt an aufzuzählen: „Pferdchen, Eselchen, Schweinchen …“
    Unterbricht ihn die Lehrerin: „Fritzchen. Lass doch bitte das ‚chen‘ am Ende weg.“
    Fritzchen: „Okay. Eichhörn, Kanin, Frett!“
  31. „Was ist mit Dir los, Fritzchen? Du machst im Unterricht immer so einen schläfrigen Eindruck“, beklagt sich der Lehrer.
    „Machen Sie sich keine Sorgen, das ist das große Talent, das in mir schlummert.“
  32. Der Lehrer fragt Fritzchen: „Was ergibt sieben mal sieben?“
    Fritzchen: „Feinen Sand.“
  33. Lehrerin: „Fritzchen, nenne mir bitte fünf Tiere aus Afrika.“
    Fritzchen: „Zwei Löwen und drei Elefanten.“
  34. Lehrer: „Der Mensch kann also mit der Nase riechen, mit den Füßen laufen, mit dem Mund reden und mit den Händen arbeiten.“
    Fritzchen: „Das ist aber bei dem Herrn Meier, der neben uns wohnt, ganz anders. Bei dem riechen die Füße, läuft die Nase und arbeitet das Mundwerk!“
  35. Jeden Abend kommt Fritzchen mit nassen Haaren ins Wohnzimmer.
    Schimpft die Mutter: „Du sollst doch dem Goldfisch keinen Gute-Nacht-Kuss geben.“
  36. Tante Erika fragt Fritzchen: „Wie heißt denn Dein neues Geschwisterchen?“
    Fritzchen: „Das weiß ich nicht, es spricht noch so undeutlich.“
  37. Der Lehrer fragt: „Auf welcher Seite des Körpers liegt das Herz?“
    Fritzchen antwortet keck: „Auf der Innenseite.“
  38. Fritzchen erklärt seiner Deutschlehrerin: „Ich weiß jetzt, warum es Muttersprache heißt, Papa kommt ja nie zu Wort.“
  39. Fritzchen: „Darf ich ins Schwimmbad? Das Drei-Meter-Brett wird eröffnet.“
    Mutter: „Ja.“
    Fritzchen kommt mit einem gebrochenem Bein zurück.
    Am nächstem Tag: „Mama, darf ich ins Schwimmbad? Das Zehn-Meter-Brett wird eröffnet.“
    Mutter: „Ja.“
    Fritzchen kommt mit zwei gebrochenen Beinen zurück.
    Am nächsten Tag: „Mama, darf ich ins Schwimmbad? Das Wasser wird eingelassen.“
  40. „Sagst Du jeden Abend ein Gebet auf?“, fragt der Pastor den kleinen Fritz.
    „Nein, das macht meine Mutter für mich.“
    „Und was betet sie für Dich?“
    „Gott sei Dank, dass Du jetzt im Bett bist!“
  41. „Was habe ich denn heute eigentlich gelernt?“ fragt Fritzchen die Lehrerin.
    Die Lehrerin: „Das ist aber eine dumme Frage.“
    Fritzchen: „Ja, das finde ich auch, aber zu Hause fragen sie mich auch immer so dumm.“

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Fritzchen: Der freche Lausbub der deutschen Witzkultur

Fritzchen ist eine der bekanntesten und rätselhaftesten Figuren der deutschen Witzkultur. Er taucht in Tausenden von Witzen auf, sagt Dinge, die kein Kind sagen sollte, blamiert Eltern und Lehrer gleichermaßen – und hat dennoch seit über hundert Jahren einen festen Platz in der deutschen Humorlandschaft. Doch wer ist dieser Fritzchen eigentlich, woher kommt er, und warum ist sein Name zum Synonym für den frechen, schlagfertigen Lausbuben geworden?

Wer ist Fritzchen?

Fritzchen ist keine reale Person, sondern eine Kunstfigur – ein archetypischer Charakter, der einen schlagfertigen, oft unverschämten Jungen repräsentiert, der die Welt mit kindlicher Direktheit kommentiert und dabei Erwachsene in peinliche Situationen bringt. Er ist etwa sieben bis zwölf Jahre alt, geht zur Schule, hat strenge Eltern und einen oft überforderten Lehrer. Seine Hauptwaffe ist die scheinbar naive, in Wirklichkeit aber messerscharfe Antwort, die Doppeldeutigkeiten ausnutzt oder unangenehme Wahrheiten ausspricht.

Ein klassisches Beispiel illustriert seine Wesensart: Der Lehrer fragt in der Klasse, wer ihm erklären kann, was ein Thermometer ist. Fritzchen meldet sich und antwortet: „Ein dünnes Glasding, durch das man sehen kann, wie krank man eigentlich gar nicht ist.“ Diese Kombination aus kindlicher Unschuld und entlarvender Beobachtungsgabe macht Fritzchen so unwiderstehlich.

Fritzchen steht in einer langen Tradition literarischer Lausbuben. Er ist verwandt mit Max und Moritz aus Wilhelm Buschs berühmter Bildergeschichte, mit dem Struwwelpeter und mit dem Eulenspiegel aus dem Mittelalter. Was ihn von diesen unterscheidet, ist seine rein verbale Natur – Fritzchen agiert nicht physisch, er spricht. Und sein Sprechen ist sein einziges, aber durchschlagendes Werkzeug.

Der Name: Warum ausgerechnet Fritz?

Die Wahl des Namens „Fritz“ ist kein Zufall und tief in der deutschen Kulturgeschichte verwurzelt. Fritz ist die Kurzform von Friedrich, einem der häufigsten deutschen Vornamen des 19. Jahrhunderts. Der Name war so weit verbreitet, dass er zum Inbegriff des typisch deutschen Jungen wurde – ähnlich wie „Hans“ als generischer Vorname für den Durchschnittsdeutschen galt.

Dazu kommt eine historische Konnotation: Friedrich der Große, König von Preußen, wurde von seinen Soldaten und Untertanen liebevoll „der Alte Fritz“ genannt. Er galt als schlau, direkt und unberechenbar – Eigenschaften, die auch Fritzchen der Witzfigur auszeichnen. Diese indirekte Verbindung zum berühmten König mag unbewusst zum Aufstieg des Namens in der Witzkultur beigetragen haben.

Im 19. Jahrhundert wurde „Fritz“ auch im Ausland zum Synonym für den deutschen Mann schlechthin, ähnlich wie „John“ für den Engländer oder „Jean“ für den Franzosen stand. Diese kulturelle Aufladung des Namens machte ihn zur idealen Wahl für eine Figur, die typisch deutsche Eigenschaften – Direktheit, Ernsthaftigkeit, manchmal Sturheit – humoristisch übertreibt und auf den Kopf stellt.

Die historischen Wurzeln: Wo beginnt die Geschichte?

Die Fritzchenwitze in ihrer modernen Form entstanden im späten 19. Jahrhundert, aber ihre Wurzeln reichen tiefer. Um die Entstehung zu verstehen, muss man den gesellschaftlichen Kontext betrachten.

Das Kaiserreich unter Wilhelm I. und später Wilhelm II. war geprägt von strengem Autoritätsdenken, rigidem Schulwesen und einer klaren gesellschaftlichen Hierarchie. Kinder hatten zu gehorchen, zu schweigen und Respekt vor Erwachsenen zu zeigen. Das Schulsystem war streng, Lehrer hatten nahezu uneingeschränkte Autorität, und der Bildungsbürger galt als unangreifbare gesellschaftliche Institution.

In diesem Klima entstanden Fritzchenwitze als humoristische Gegenbewegung. Der freche Junge, der dem Lehrer widerspricht, der die moralischen Doppelstandards der Erwachsenen entlarvt und der unbequeme Wahrheiten ausspricht – das war eine Art symbolischer Rebellion gegen die Enge der wilhelminischen Gesellschaft. Fritzchen sagte, was die Erwachsenen dachten, aber niemals aussprechen würden.

Die ersten schriftlich dokumentierten Fritzchenwitze tauchten in Witzblättern und Humormagazinen des ausgehenden 19. Jahrhunderts auf. Zeitschriften wie der „Simplicissimus“, der 1896 gegründet wurde und für seinen bissigen gesellschaftskritischen Humor bekannt war, trugen zur Verbreitung solcher Figuren bei. Auch Schülerwitzsammlungen, die in billigen Heftchen veröffentlicht wurden, spielten eine wichtige Rolle bei der frühen Verbreitung.

Die Weimarer Republik: Fritzchens goldene Ära

Die eigentliche Blütezeit der Fritzchenwitze war die Weimarer Republik der 1920er Jahre. Diese turbulente Epoche zwischen dem Ende des Ersten Weltkriegs und dem Aufstieg des Nationalsozialismus war geprägt von gesellschaftlichem Umbruch, politischer Instabilität und einer Lockerung alter Konventionen. Gleichzeitig herrschte trotz oder gerade wegen der Krisen eine lebhafte Kabarettkultur.

In diesem Klima florierte der Frechling aus der Witzliteratur. Fritzchenwitze wurden zu einem festen Bestandteil der Volkskultur. Sie wurden in Varietés vorgetragen, in Zeitungen abgedruckt und von Mund zu Mund weitergegeben. Die Themen erweiterten sich: Nicht nur Schule und Elternhaus waren jetzt Schauplätze, sondern auch gesellschaftliche Institutionen, Religion und die alltäglichen Absurditäten der modernen Zeit.

Die Figur entwickelte dabei eine interessante Doppelnatur. Auf der einen Seite war Fritzchen harmloser Kinderwitz für die ganze Familie, auf der anderen Seite transportierten viele Witze durch seinen Mund durchaus kritische, manchmal sogar subversive Gesellschaftskommentare. Diese Doppeldeutigkeit schützte die Witze vor Zensur – was soll schon ein kleiner Junge mit seinen naiven Fragen anrichten?

Die Nachkriegszeit: Anpassung und Wandel

Nach dem Zweiten Weltkrieg erlebten Fritzchenwitze eine interessante Entwicklung. In der jungen Bundesrepublik der 1950er Jahre, als gesellschaftliche Konventionen wieder erstarken, blieb Fritzchen ein beliebtes Ventil für kleine Tabubrüche. Er durfte sagen, was in der Wirtschaftswundergesellschaft mit ihrem Drang nach Normalität und Anstand nicht gesagt werden durfte.

Gleichzeitig wurden Fritzchenwitze in dieser Ära expliziter und sexuell freizügiger. Ein ganzes Subgenre entwickelte sich, in dem Fritzchens kindliche Naivität dazu genutzt wurde, sexuelle Themen auf scheinbar unschuldige Weise anzusprechen. Dieses Genre war zwar nicht für Kinder geeignet, trug aber zur anhaltenden Popularität der Figur bei – nun bei Erwachsenen, die den frechen Jungen für ihre eigenen Zwecke nutzten.

In der DDR lebte Fritzchen ebenfalls weiter, allerdings mit einem anderen Schwerpunkt. Dort wurden Fritzchenwitze oft politisch aufgeladen – der freche Junge stellte unbequeme Fragen über das System, die Partei oder die gesellschaftliche Realität. Diese politischen Fritzchenwitze kursierten als verbotene Flüsterwitze und erfüllten eine wichtige Ventilfunktion in der kontrollierten Gesellschaft.

Fritzchen als Spiegel der Gesellschaft

Eine der faszinierendsten Eigenschaften der Fritzchenwitz-Tradition ist ihre Fähigkeit, gesellschaftliche Entwicklungen zu reflektieren. Die Themen der Witze haben sich im Laufe der Jahrzehnte kontinuierlich verändert und spiegeln dabei wider, was die jeweilige Gesellschaft beschäftigt, was als tabu gilt und wo die Autoritäten sitzen.

Im Kaiserreich waren Lehrer und Pfarrer die bevorzugten Gegenüber. In der Weimarer Republik kamen Politiker hinzu. In den 1950ern dominierten Eltern und das bürgerliche Moralverständnis. In den 1968er Jahren und danach wurden Kirchenvertreter und konservative Institutionen bevorzugte Ziele. In neuerer Zeit spielen Ärzte, Beamte und gesellschaftliche Klischees eine größere Rolle.

Diese Wandlungsfähigkeit ist der Schlüssel zur Langlebigkeit der Figur. Fritzchen ist kein starres Konzept, sondern eine flexible Funktion – der Junge, der die Schwächen und Heucheleien der jeweiligen Mächtigen entlarvt. Seine Identität definiert sich weniger durch konkrete Eigenschaften als durch seine Rolle als Wahrheitssager.

Die psychologische Funktion von Fritzchenerzählungen

Warum funktionieren Fritzchenwitze so gut? Die Antwort liegt in einem psychologischen Mechanismus, den Freud in seiner Abhandlung „Der Witz und seine Beziehung zum Unbewussten“ (1905) beschrieben hat. Freud sah im Witz eine Möglichkeit, verdrängte Gedanken und Aggressionen sozial akzeptabel zu äußern. Durch die Figur des unschuldigen Kindes können Erwachsene Dinge sagen – oder besser: hören und darüber lachen – die sie selbst nie direkt äußern würden.

Fritzchen übernimmt dabei die Funktion des Hofnarren: Er genießt eine Art narrenhafte Immunität. Weil er ein Kind ist und scheinbar naiv spricht, darf er die Wahrheit sagen. Das Lachen des Erwachsenen über Fritzchens freche Antwort ist auch immer ein Lachen der Erleichterung – ein Ventil für eigene, unterdrückte Gedanken.

Dazu kommt die Überlegenheitskomik. Erwachsene lachen über Fritzchen, weil sie glauben, ihm intellektuell überlegen zu sein – und werden dann von seiner Schlagfertigkeit überrascht. Diese Umkehrung der erwarteten Hierarchie erzeugt einen starken komischen Effekt.

Fritzchen heute: Überleben im digitalen Zeitalter

Im Zeitalter des Internets hat Fritzchen überlebt, sich aber verändert. Die klassischen Fritzchenwitze kursieren in Witzsammlungen auf unzähligen Websites und in WhatsApp-Gruppen. Dabei fällt auf, dass das Genre gespalten ist: Auf der einen Seite stehen familienfreundliche Varianten, auf der anderen Seite das Subgenre der Erwachsenenwitze, das das Thema Fritzchen weiterführt.

Neue Medien haben auch neue Fritzchenformate hervorgebracht. Auf Social Media taucht die Figur als Meme auf, als Cartoon-Illustration, als kurzer Video-Sketch. Die Kernstruktur bleibt dabei erhalten: freches Kind, überforderte Autoritätsperson, überraschende Pointe.

Interessant ist, dass Fritzchen zunehmend Konkurrenz bekommt. Moderne Kinderwitz-Figuren sind oft weiblicher, kulturell vielfältiger und weniger auf den Lausbuben-Archetyp fixiert. Die Gesellschaft verändert sich, und mit ihr die Witzkulturen. Ob Fritzchen in seiner klassischen Form noch weitere hundert Jahre überleben wird, bleibt offen.

Ein kleines Stück deutsches Kulturgut

Am Ende ist Fritzchen mehr als eine Witzfigur. Er ist ein Stück deutsches Kulturgut, das über Generationen weitergegeben wurde und dabei immer wieder neu erfunden wurde. Er verkörpert den Wunsch nach Direktheit in einer Gesellschaft voller Konventionen, die Sehnsucht nach kindlicher Unschuld kombiniert mit erwachsener Schlagfertigkeit, und den zeitlosen Humor über menschliche Schwächen und gesellschaftliche Heuchelei.

Solange es Autoritäten gibt, die sich ernstnehmen, und Menschen, die heimlich über die Lächerlichkeit dieser Ernsthaftigkeit lachen wollen, wird Fritzchen gebraucht werden – bereit mit einer frechen Antwort, die trifft, weil sie stimmt.

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